Eindrücke im Herbst

 

 

 

Herbstgedichte Lesen und relaxen

Herbstgedichte - Gedichte zum Herbst

Der Sommer ist gegangen. Nun kommt die Jahreszeit der Wehmut. Die Natur entwickelt sich zurück. Die Wälder werden bunt. Jetzt ist die wunderschöne Jahreszeit, um über vergangene Zeiten des Jahres nachzudenken. Dabei sollte aber keine Melancholie aufkommen. Viele Lyriker haben den Herbst genutzt, um die wunderschönen Eindrücke der Natur in Reimform zu verfassen. Hier stellen wir Ihnen eine besondere Auswahl dieser Herbstgedichte zur Verfügung. Tauchen Sie ab in die Lyrik bekannter Dichter.


Seiteninhalt: Gedichte zur Herbstzeit


Spaziergang am Herbstabend (Christian Friedrich Hebbel)

Im deutschen November (Friedrich Nietzsche)

Verklärter Herbst (Georg Trakl)

Spätherbst (Theodor Fontane)

Septembertag (Christian Morgenstern)

In trauter Verborgenheit (Wilhelm Busch)

Ich sah den Wald sich färben (Emanuel Geibel)

Herbstlich sonnige Tage (Emanuel Geibel)

Herbst (Theodor Storm)

Herbsthauch (Friedrich Rückert)

Herbst (Theodor Fontane)

Herbst (Christian Morgenstern)

Der Herbst (Friedrich Hölderlin)

Die wilde Rose (Luise Aston)


Herbstgedichte


Herbstliche Ansicht eines Laubbaumes

Die warme Jahreszeit ist vorbei. Jetzt folgt der Herbst. Auch die Herbstzeit hat ihre Reize. Naturfreunde und Geniesser der freien Natur freuen sich über den buntgefärbten Wald - über die Stille und die letzten Atemzüge der Vegetation. Es liegt eine Stimmung des "Gehens" in der Luft - eine gewisse Melancholie. Oft spiegelt sich dieses Gefühl in der klassischen Herbstlyrik bezüglich dieser Jahreszeit nieder. Man nimmt Abschied von den warmen Tagen und bereitet sich auf die kalte Jahreszeit vor und fragt sich, was nun kommen wird? Diese Eindrücke und Gefühle umschreiben die unten stehenden Herbstgedichte.

Herbstabend


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Im deutschen November (Friedrich Nietzsche)

Dies ist der Herbst:
der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.
Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh
Er klagt ihr nach.

Dies ist der Herbst:
der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimnis lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis'ger Schauder deine Wange,
Die purpur-Wange deckt?

Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch?

Dies ist der Herbst:
der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
"Ich bin nicht schön"
- so spricht die Sternenblume
"Doch Menschen lieb' ich
Und Menschen tröst' ich
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen -
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich:
- ich seh's, ich seh's - und sterbe so".

Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!

(Friedrich Nietzsche, 1844-1900)


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Herbstgedicht


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Herbstgedichte


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Septembertag (Christian Morgenstern)

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit,
die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt;
wenn das kristallene Gewand der Wahrheit
sein kühler Geist um Wald und Berge hängt.

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit.

(Christian Morgenstern)


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In trauter Verborgenheit (Wilhelm Busch)

Ade, ihr Sommertage,
Wie seid ihr so schnell enteilt,
Gar mancherlei Lust und Plage
Habt ihr uns zugeteilt.

Wohl war es ein Entzücken,
Zu wandeln im Sonnenschein,
Nur die verflixten Mücken
Mischten sich immer darein.

Und wenn wir auf Waldeswegen
Dem Sange der Vögel gelauscht,
Dann kam natürlich ein Regen
Auf uns hernieder gerauscht.

Die lustigen Sänger haben
Nach Süden sich aufgemacht,
Bei Tage krächzen die Raben,
Die Käuze schreien bei Nacht.

Was ist das für ein Gesause!
Es stürmt bereits und schneit.
Da bleiben wir zwei zu Hause
In trauter Verborgenheit.

Kein Wetter kann uns verdrießen.
Mein Liebchen, ich und du,
Wir halten uns warm und schließen
Hübsch feste die Türen zu.

(Wilhelm Busch)


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Ich sah den Wald sich färben (Emanuel Geibel)

Ich sah den Wald sich färben,
Die Luft war grau und stumm;
Mir war betrübt zum Sterben,
Und wusst' es kaum, warum.

Durchs Feld vom Herbstgestäude
Hertrieb das dürre Laub;
Da dacht' ich: deine Freude
Ward so des Windes Raub.

Dein Lenz, der blütenvolle,
Dein reicher Sommer schwand;
An die gefrorne Scholle
Bist du nun festgebannt.

Da plötzlich floss ein klares
Getön in Lüften hoch:
Ein Wandervogel war es,
Der nach dem Süden zog.

Ach, wie der Schlag der Schwingen,
Das Lied ins Ohr mir kam,
Fühlt' ich's wie Trost mir dringen
Zum Herzen wundersam.

Es mahnt' aus heller Kehle
Mich ja der flücht'ge Gast:
Vergiss, o Menschenseele,
Nicht, das du Flügel hast.

(Emanuel Geibel)


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Herbstlich sonnige Tage


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Herbst


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Herbsthauch (Friedrich Rückert)

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.

(Friedrich Rückert)


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Herbstreime


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Herbst (Christian Morgenstern)

Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab

Bald sinkt's von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.

(Christian Morgenstern)


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Herbsttage


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Die wilde Rose (Luise Aston)

Da droben auf einsamer Höhe
Die wilde Rose blüht.
Und wer sie von Ferne gesehen,
in heißer Sehnsucht erglüht.
Zu ihr über Felsen und Klüfte
ein kühner Jäger klimmt
Schon ist er in nächster Nähe-
Das Auge in Thränen ihm schwimmt.

Er will sie erfassen und pflücken
da strauchelt jäh sein Fuß,
des Abgrunds finstere Tiefe
Empfängt ihn mit kaltem Kuß.

Dort droben auf einsamer Höhe
Die wilde Rose blüht.
Und wer sie von Ferne gesehen
in heißer Sehnsucht erglüht.

(Luise Aston, 1814-1871)

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