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Wintergedichte Lesen und relaxen

Wintergedichte - Gedichte zur Winterzeit

Es ist kalt geworden. Die Natur befindet sich im Stillstand und im Winterschlaf. Man freut sich ein warmes Plätzchen am Ofen oder an der Heizung zu haben. Die Natur hat sein grünes Gewand gegen einen zarten Überzug schneeweißer Pracht getauscht. Jetzt ist die richtige Zeit, um in aller Ruhe sich ein Buch zu nehmen und zu lesen. Ergründen Sie die Wintergedichte bekannter Meister. Auch auf diesem Internetportal ist das möglich. Lesen Sie hier einige Werke bekannter Lyriker zum Thema "Winter". Wie haben die Meister der lyrischen Kunst diese Jahreszeit empfunden?


Seiteninhalt: Gedichte zum Winter

Gefrorene Tränen (Wilhelm Müller)

Noch ist der Herbst (Theodor Fontane)

Von allen Bäumen (Hoffmann von Fallersleben)

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte (Theodor Storm)

Tannenzauber (Reinhard Blohm)

Die fremde Stadt (Theodor Storm)

Der Februar (Theodor Storm)

Dezember (Betti Fichtl)

Winternacht (Gustav Falke)

Wintertag (Reinhard Blohm

Winterlandschaft (Friedrich Hebbel)

Im Winter (Georg Trakl)


Wintergedichte


Pavillion im Schnee

Es ist Winter. Die Stille und die Ruhe zieht ein. Es ist kalt und dunkel. Die Natur gönnt sich eine Ruhepause. Neben den melancholischen und nachdenklichen Ausführungen der typischen Wintergedichte werden jetzt auch häufig schöne, winterliche Anlässe gewählt, die zur Freude anregen. Da wird über den funkelnden See bei aufgehender Sonne berichtet. Oder es wird über die Kinder geschrieben, die im Schnee toben. Auch Weihnachten steht vor der Tür. Zu diesem Thema gibt es eine riesige Anzahl von Gedichten.

Gefrorene Tränen (Wilhelm Müller)

Gefrorene Tränen fallen
von meinen Wangen ab;
und ist's mir denn entgangen,
dass ich geweinet hab?

Ei Tränen, meine Tränen,
und seit ihr gar so lau,
dass ihr erstarrt zu Eise
wie kühler Morgentau?

Und dringt doch aus der Quelle
der Brust so glühend heiß,
als wollet ihr zerschmelzen
des ganzen Winters Eis.

(Wilhelm Müller 1794-1827)


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Noch ist der Herbst (Theodor Fontane)

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sich Türme, Dächer, Zweige
und das Jahr geht auf die Neige
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen,
lassen uns den tag schon ahnen
und wir sehen schon den Stern.

(Theodor Fontane)


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Von allen Bäumen (Hoffmann von Fallersleben)

Von allen Bäumen jung und alt,
von allen Bäumen groß und klein,
von allen in dem gamzen Wald.
Wer mag der Allerschönste sein?

Der Schönste von allen weit und breit,
das ist der Baum, der grünt allzeit,
da hängen hundert Sachen dran
und den bringt uns der Weihnachtsmann.

(Hoffmann von Fallersleben)


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Wintergedicht


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Tannenzauber (Reinhard Blohm)

Ich gehe mit tiefen Schritten, durch den hohen, blendend' Schnee;
ein Zweiglein will ich brechen von der Tanne schlanken Leib.
"Lass das verletzend schlagen, tue mir nicht ein unrecht' Weh',
und brichst du meine Schönheit, es wäre nur dein eigen Leid!"

Ich höre die flehend' Stimme, aus der Tanne bebend' Gezweig,
die Axt mir entgleitet, aus meiner, jetzt so willenlosen Hand.
"Ja, du duftend Schlanke, verschonen will ich dich oh' Maid,
sorgsam dich nun führen, in meines Garten fruchtbar Land."

Und ich höre am Fenster deine Zweige zitternd rauschen;
Ach' ich verstehe: du hast Heimweh, fühlst dich allein,
doch täglich werden Vöglein unser Flüstern lauschen,
ihr leis' Gesang, wird unsere göttlich schöne Hymne sein.

Viele Jahre sind vergangen, ein flüchtiger Wind die Zeit.
Deine Nadeln, meine Hände, decken, heilen manche Wunden.
So gefangen, im Zauber dieser tiefen, reuelosen Dankbarkeit,
sind wir zwei auf ewig, du stolze Schöne, jetzt verbunden!

(Reinhard Blohm - Brettin 2005)


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Die fremde Stadt


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Der Februar


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Dezember (Betti Fichtl)

Der Morgen graut
im Frostwind
berührt
den Asphalt.

Mit einem
Schneehimmel
über den Dächern
den aufgehenden Lichtern.

Ein leises
Gloria in exelsis deo
mischt sich
in den Auftakt
zum dunklen Abend.

Auf dem Weg
zum Schlussakt
des Jahres.

(Betti Fichtl)


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Winternacht (Gustav Falke)

Ein weißes Feld, ein stilles Feld.
Aus veilchenblauer Wolkenwand
hob hinten, fern am Horizont,
sich sacht des Mondes roter Rand.
Und hob sich ganz heraus und stand
bald eine runde Scheibe da,
in düstrer Glut. Und durch das Feld
klang einer Krähe heisres Krah.

Gespenstisch durch die Winternacht
der große dunkle Vogel glitt
und unten huschte durch den Schnee
sein schwarzer Schatten lautlos mit.

(Gustav Falke, 1853-1926)


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Wintertag (Reinhard Blohm)

Kalt frisst der Regen der Erde weiß Gewand.
Das Antlitz traurig und verborgen-
gleichsam Hand in Hand.

Wir eilen, hasten, getan die Tagespflicht,
nicht achtend der Erde Sehnsucht
nach Wärme und Licht.

Liebes, halt deine schlüpfrig nasse Hand,
als wollt sie entweichen, in das vertraute
und doch so fremde Land.

"Lass uns eilen..." Worte zerflattern im
harten Wind. Schmieg dich an mich,
bis wir nur noch eins sind.

Eins in Gedanken, Seele und Leib.
Gleichsam verachtend des 'Janus' Kopfes,
der 'Medusa' Schlangen und Leib.

Ich lieb A. Stifters "Garten" und die Stille dazu.
Du der Courts Mahler Bücher: Lust und Leid,
Schatz sei still und gib endlich Ruh'.

Offen die Pforte und schnell hinein,
schon züngelt die Glut im trauten Sein.
Die Falte im Antlitz, ein graues Haar,

Tastende Hände...., wunderbar!
Ein Schuh in der Ecke, Lachs und
Bienenstich - nun: Du und Ich.

(Reinhard Blohm - Brettin 2001)


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Winterlandschaft


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Wintergedicht


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